SPD und Grüne Pohlheim informieren sich gemeinsam mit Bürgermeisterkandidat Israel Be Josef über den Baufortschritt
Bei einer Waldbegehung haben sich Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer der SPD und von Bündnis 90/Die Grünen Pohlheim gemeinsam mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Israel Be Josef über den Baufortschritt der Windkraftanlagen Höhlerberg auf Pohlheimer Grund informiert.
Auf Einladung der Projektleiterin von Qair Deutschland und der Bauleitung von Koehler Renewable Energy erhielten neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Fraktionen und Ortsverbänden detaillierte Informationen über den aktuellen Stand, die zu erfüllenden Auflagen, den erwarteten Stromertrag und den Zeitplan bis zur Inbetriebnahme.
Besonders erfreulich: Die Windkraftanlage auf Pohlheimer Grund soll bereits im ersten Halbjahr 2027 ans Netz gehen. Die lange Planungsphase seit 2018 und die vergleichsweise kurze Bauzeit zeigen zugleich, wie umfassend Windkraftprojekte geprüft und abgewogen werden.

Geringer Eingriff in den Wald
Positiv bewerteten die Teilnehmer:innen den vergleichsweisen geringen Eingriff in den Wald. Für die beiden Windräder auf dem Höhlerberg musste nach Angaben der Projektverantwortlichen insgesamt nur etwa so viel gerodet werden, wie es üblicherweise für eine einzelne Windkraftanlage erforderlich ist.
Dazu trug unter anderem bei, dass die temporäre Umladefläche außerhalb des Waldes angelegt wurde. Sie wird ebenso wie die vorübergehend benötigten Kranflächen nach Abschluss der Bauarbeiten vollständig zurückgebaut.
Das Fundament der Anlage hat einen Radius von rund 12 Metern und ist etwa 2,80 Meter tief – das entspricht ungefähr dem Volumen der Kellerräume von fünf Einfamilienhäusern.
Strom für rund 3.500 Haushalte und Einnahmen für Pohlheim
Die Nordex-Windkraftanlage auf Pohlheimer Grund soll künftig Strom für rund 3.500 Vier-Personen-Haushalte erzeugen und damit einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung und regionalen Energiewende leisten. Das ist vergleichbar mit dem Stromverbrauch von etwa 75 % der Pohlheimer Haushalte.
Auch die Stadt Pohlheim wird finanziell beteiligt. Die Betreiber haben sich freiwillig zu einer Zahlung von 0,2 Cent je erzeugter Kilowattstunde an die umliegenden Kommunen bereit erklärt. Damit profitiert Pohlheim unmittelbar von der regional erzeugten erneuerbaren Energie.
In den Gestehungskosten sind die Rücklagen für einen späteren Rückbau der Anlage enthalten.

Begehung auch für die Bevölkerung
SPD und Grüne regten an, auch für interessierte Bürgerinnen und Bürger eine Begehung der Baustelle beziehungsweise der Windkraftanlage zu ermöglichen.
„Die Menschen sollten die Möglichkeit bekommen, sich vor Ort selbst ein Bild vom Bau, den technischen Dimensionen und den Maßnahmen zum Schutz des Waldes zu machen“, so die Empfehlung des Bürgermeisterkandidaten Israel Be Josef. SPD und Grüne wollen sich dafür in den zuständigen städtischen Gremien einsetzen und für die Organisation einer öffentlichen Begehung werben.
Kritik an geplanten Gesetzesänderungen
Mit Sorge sehen die Kommunalpolitiker:innen die geplanten Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, insbesondere den sogenannten Redispatch-Vorbehalt, beziehungsweise die geplante Ausweisung „kapazitätslimitierter Gebiete“.
Die Befürchtung: Künftig könnten nur die Netzbetreiber darüber bestimmen, wo neue Anlagen für erneuerbare Energien errichtet werden können. Dies könnte den weiteren Ausbau der Windenergie erheblich erschweren.
Für SPD und Grüne Pohlheim zeigt die Begehung vor allem eines:
Windenergie ist ein wichtiger Baustein für Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und eine zukunftsfähige Energieversorgung. Die geplante Inbetriebnahme im April 2027 ist ein wichtiger Schritt für Pohlheim und die Energiewende vor Ort.
Fotos: Justin Küblbeck

